Glossar

Dieses Glossar soll dazu beitragen, die berufliche Tätigkeit eines Fachübersetzers besser zu verstehen. In diesem Glossar wird vor allem auf Fachbegriffe eingegangen, die sich nicht im allgemeinen Sprachgebrauch wiederfinden und falsch interpretiert werden können.

Sollten in diesem Glossar noch Begriffe fehlen, bitte ich Sie, mich über mein Kontaktformular darüber zu informieren. Gerne nehme ich Ihre Anregungen in das Glossar auf.

Adaptation

Mit der Adaptation wird ein Text dem zielgruppenspezifischen Jargon angepasst. Dabei wird die Zielgruppe selbst, deren Kultur, die geographische Region bzw. der Sprachgebrauch der Zielgruppe berücksichtigt. Eine solche Adaptation kann Bestandteil einer Lokalisierung sein.
Im Rahmen einer Lokalisierung soll der Text in der jeweiligen Fremdsprache lokalisiert werden. Deshalb muss zunächst der Text in die Zielsprache übersetzt werden. Erst nach der Übersetzung kann der neue Text adaptiert, d.h. der Kultur, der Region und dem Sprachgebrauch der Zielgruppe angepasst werden.
Die Adaptation wird von einem muttersprachlichen Sprachspezialisten durchgeführt. Dabei ist es wichtig, dass sich dieser Sprachspezialist im Jargon der Zielbranche und der Zielgruppe genau auskennt. Optimalerweise versteht der Sprachspezialist, der die Adaptation vornimmt, die Sprache des Ausgangstextes gut genug, um Nuancen auch im Zieltext einzubringen. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Inhalte beider Texte exakt übereinstimmen.

Anschlag

Mit Anschlag wird ein Buchstabe oder ein Leerzeichen in einem Text bezeichnet. Die Anzahl der Anschläge in einem Text dient als Zähleinheit für die Preiskalkulation einer Übersetzung auf der Grundlage von Normzeilen.

Apostille

Eine Apostille ist die Überbeglaubigung einer öffentlichen Urkunde oder deren Übersetzung und betrifft Urkunden für und aus Staaten, die dem Haager Übereinkommen über die Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation vom 05.10.1965 beigetreten sind.
Von diplomatischen und konsularischen Vertretern ausgestellte Urkunden und Urkunden, die von Verwaltungsbehörden für den Handelsverkehr oder das Zollverfahren ausgestellt wurden, sind davon ausgenommen.
Bei der Apostille handelt es sich also um eine Bestätigung der Unterschrift des Urkundenbeamten bzw. des beeidigten Übersetzers durch die zuständige Landesbehörde. In Niedersachsen ist hierfür das Landgericht Hannover zuständig.

Die Apostille wird direkt auf die Urkunde bzw. auf die beglaubigte Übersetzung angebracht und entspricht einem vom Übereinkommen vorgesehenen Muster. Eine Legalisation durch die zuständige Vertretung des Empfängerstaates ist hier nicht notwendig.

Sollten Sie eine Apostille benötigen, kann ich diese gerne für Sie beim zuständigen Landgericht einreichen. Sprechen Sie mich an!

Ausgangstext

Der Ausgangstext ist der zu übersetzende Text. Den Ausgangstext bezeichnet man auch als Quelltext oder Originaltext.

Ausgangssprache

Mit Ausgangssprache bezeichnet man die Sprache des zu übersetzenden Textes.

Beglaubigung

Ganz allgemein ist eine Beglaubigung eine Bescheinigung, dass die Kopie bzw. die Abschrift eines Dokuments mit dem Original übereinstimmt. Durch eine Beglaubigung wird die Richtigkeit einer Abschrift bzw. einer Unterschrift offiziell bestätigt.
Eine öffentliche Beglaubigung kann nur durch einen Notar vorgenommen werden, eine amtliche Beglaubigung nur durch eine hierzu je nach Landesrecht berechtigte Behörde.
Insbesondere im Rechtsverkehr stellt eine Beglaubigung ein gesetzliches Formerfordernis dar. Demzufolge müssen Unterschriften in bestimmten Verträgen und Urkunden, wie z.B. bei Kaufverträgen, Eheverträgen, etc. vor einem Notar geleistet werden, der die Echtheit der Unterschriften beglaubigt.

Die Beglaubigung bescheinigt jedoch nicht die Echtheit oder die Gültigkeit der Hauptschrift, sondern lediglich die inhaltliche Übereinstimmung mit der Hauptschrift.

Beglaubigte Übersetzung

Im Gegensatz zur Beglaubigung versteht man unter einer beglaubigten Übersetzung nicht die Beglaubigung der Übersetzung, sondern die Bestätigung durch einen Übersetzer, dass die von ihm angefertigte Übersetzung korrekt und vollständig ist.
Eine beglaubigte Übersetzung ist nur dann gültig, wenn sie den Beglaubigungsvermerk und den Rundstempel des Übersetzers aufweist.
Um eine beglaubigte Übersetzung anfertigen zu können, muss der Übersetzer von einer zuständigen Landesbehörde beeidigt sein. Im Falle des Landes Niedersachsen ist dies das Landgericht Hannover.

Beglaubigung einer Unterschrift

Mit der Beglaubigung einer Unterschrift bestätigt die beglaubigende Stelle, dass die Unterschrift authentisch ist und dass eine Urkunde von dieser Person tatsächlich unterschrieben wurde.

Diese Beglaubigung wird auch Überbeglaubigung genannt. Je nachdem, ob der Empfängerstaat dem Haager Übereinkommen über die Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation vom 05.10.1965 beigetreten ist oder nicht, bezeichnet man die Überbeglaubigung als Apostille oder Legalisation.

Beglaubigungsvermerk

Ein Beglaubigungsvermerk ist Bestandteil jeder beglaubigten Abschrift bzw. jeder beglaubigten Übersetzung und enthält drei Elemente:

  • Eine Bestätigung, dass die beglaubigte Abschrift bzw. die Übersetzung mit dem vorgelegten Schriftstück inhaltlich übereinstimmt.
  • Die genaue Bezeichnung des Schriftstückes, das beglaubigt wird, es sei denn, der Beglaubigungsvermerk wird direkt auf der Abschrift oder Kopie bzw. der Übersetzung angebracht.
  • Ort und Datum der Beglaubigung, Unterschrift des Notars oder der Behörde bzw. des Übersetzers, wenn es sich um eine Übersetzung handelt.

Dolmetschen

Dolmetschen ist das mündliche Übertragen eines gesprochenen Wortes von einer Sprache in die andere. Dabei ist es wichtig, dass der Sinn des Gesagten richtig übertragen wird. Aufgrund der Redegeschwindigkeit werden beim Dolmetschen oft mehrere Sätze zu einem Satz zusammengefasst, ohne jedoch den Sinn zu verändern und ohne Details wegzulassen.

Es gibt verschiedene Arten von Dolmetschen: der Konsekutivdolmetscher hört sich zunächst an, was ein Redner sagt, und überträgt es dann in die Zielsprache. Ein Simultan- oder Konferenzdolmetscher hört und spricht hingegen gleichzeitig. Das Simultandolmetschen kann, je nach Größe der Zielgruppe, entweder als Flüsterdolmetschen oder über eine Dolmetscheranlage (Kabine oder mobil über Kopfhörer) stattfinden.

Dolmetscht der Dolmetscher vor Gericht oder zu anderen offiziellen Anlässen, z.B. bei einer Heirat, so muss er beeidigt sein.

Firmenterminologie

Die Firmenterminologie bezeichnet die spezifische Fachterminologie eines bestimmten Unternehmens. Jedes Unternehmen hat seinen eigenen Fachjargon, den es gilt, einheitlich zu formulieren, festzulegen und fortzuführen, damit die Kunden verstehen, was das Unternehmen unter ganz bestimmten Fachbegriffen versteht. Aus diesem Grund ist es für ein Unternehmen wichtig, eine Firmenterminologie anzulegen, die dafür sorgt, dass nicht nur interne Mitarbeiter, sondern auch externe Dienstleister, wie z. B. Texter, Werbefachleute, Technische Redakteure und Übersetzer die gleiche Fachsprache sprechen.
So kann vermieden werden, dass innerhalb der Firmenkommunikation nicht zwei unterschiedliche Begriffe für ein und dasselbe Produkt verwendet werden.

Glossar

Ein Glossar ist eine Liste von Begriffen und, falls erforderlich, deren Übersetzung in eine oder mehrere Sprachen, sowie die genaue Erklärung jedes Begriffes. Das Glossar definiert somit die verschiedenen relevanten Begriffe eines Bereichs bzw. einer Firma. Es trägt zum richtigen und einheitlichen Verständnis von grundlegenden Begriffen bei und verhindert Missverständnisse.
Ein mehrsprachliches Glossar kann von einem Übersetzer angefertigt werden.

JVEG

Das Justizvergütungsgesetz regelt die Vergütung von Sachverständigen, Übersetzern und Dolmetschern, wenn diese durch ein Gericht oder durch die Staatsanwaltschaft herangezogen werden.

Korrektorat

Beim Korrektorat wird die sprachliche Gestaltung eines Textes geprüft. Dabei achtet der Korrektor insbesondere auf die Grammatik, die Rechtschreibung, die Interpunktion und die Typographie. Im Falle eines Korrektorats wird der Inhalt nicht auf Richtigkeit überprüft.

Im Falle einer Übersetzung ist dies eine einsprachige Überprüfung, d.h. der Korrektor überprüft nur den Zieltext.

Legalisation

Die Legalisation bestätigt die Unterschrift des Urkundenbeamten bzw. des beeidigten Übersetzers, wenn die Urkunde aus Staaten kommen bzw. für Staaten bestimmt sind, die dem Haager Übereinkommen über die Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation vom 05.10.1965 nicht beigetreten sind.

Sie bestätigt die Echtheit einer öffentlichen Urkunde bzw. der beglaubigten Übersetzung und wird durch den Konsularbeamten des Staates ausgestellt in dem die Urkunde verwendet werden soll.

Lektorat

Das Lektorat beinhaltet sowohl ein Korrektorat als auch eine stilistische und inhaltliche Prüfung des Textes.

Auch hier handelt es sich, wie beim Korrektorat, um die einsprachige Überprüfung eines Textes.

Normzeile und Normseite

Eine Normzeile ermöglicht den objektiven Vergleich von Textlängen und ist Grundlage der Erstellung von Angebot und Rechnung. Sie besteht aus 55 Anschlägen, inklusive Leerzeichen.

Um die Anzahl der Normzeilen eines Dokuments zu berechnen, werden zunächst die Anschläge mithilfe von Microsoft Word gezählt, dann durch 55 geteilt. Eine Normseite besteht aus 30 Normzeilen.

Revision

Eine Revision ist die Prüfung einer Übersetzung. Dabei wird jeder einzelne Satz des Zieltextes mit dem Ausgangstext verglichen, d. h. eine Revision ist immer zweisprachig. Der Revisor muss beide Sprachen perfekt beherrschen.

„Unter Revision wird dabei eine umfassende Prüfung des Zieltextes verstanden, die Folgendes abdeckt:

  • Rechtsreibung und Interpunktion
  • Grammatik
  • Konsistenz innerhalb der Übersetzung
  • Stil
  • Lesbarkeit und Verständlichkeit unter Berücksichtigung der Zielgruppe
  • Einhaltung von Textsortenkonventionen
  • Einhaltung kunden- und projektspezifischer Vorgaben und Berücksichtigung der Referenztexte
  • Terminologie
  • Inhalt und Sinn (einschließlich der korrekten Übernahme von Zahlung und Eigennamen)
  • Vollständigkeit
  • Format und Typographie“

Quelle: Angelika Ottmann (Hrsg.), Best Practices – Übersetzen und Dolmetschen, BDÜ-Verlag, 2017, Kap. 3.4.1, Seiten 95ff.

Überbeglaubigung

Eine Überbeglaubigung wird notwendig, wenn eine öffentliche Urkunde (z.B. Personenstandsurkunden, gerichtliche und notarielle Urkunden, Urkunden und Bescheinigungen der Verwaltungsbehörden) bzw. deren beglaubigte Übersetzung im Ausland benötigt wird. Hierbei handelt es sich um einen zusätzlichen Beglaubigungsvermerk, der die Unterschrift des Ausstellers der Urkunde bestätigt. Für private Urkunden (eigenhändiges Testament, formlose Kaufverträge oder Vollmachten) gilt dies nur dann, wenn diese von einem Notar oder von einer Behörde beurkundet worden sind.

Es werden zwei Arten von Überbeglaubigung erteilt: die Apostille und die Legalisation. Ob eine Apostille oder eine Legalisation auf die Urkunde aufgebracht wird, hängt davon ab, ob der Empfängerstaat das Haager Übereinkommen über die Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation vom 05.10.1965 unterzeichnet hat oder nicht.

Hat der Empfängerstaat das Abkommen unterzeichnet, so reicht eine Apostille aus. Ist das nicht der Fall, so wird auf der Urkunde eine Legalisation angebracht.

Übersetzen

Der Übersetzer überträgt einen geschriebenen Text schriftlich aus einer Sprache in die andere. Bei den meisten Texten ist es wichtig, dass alle Sätze vollständig übertragen werden.

Bei manchen Textarten, wie zum Beispiel bei Marketing- oder Werbetexten, muss der Übersetzer den Text frei übersetzen, um ihn dem Sprachgebrauch der Zielsprache anzupassen. Er muss die Gewohnheiten und Kenntnisse der Zielgruppe mit einbeziehen und die Aussage lokalisieren. Hierfür muss er imstande sein, sich in eine andere kulturelle Sichtweise hineinversetzen und den richtigen Ton finden zu können. Das setzt voraus, dass der Übersetzer weiß, was das zum Ausdruck gebrachte bei der Zielgruppe bewirkt bzw. wie z.B. Wortspiele richtig in die andere Sprache übertragen werden können. Die Unkenntnis des Übersetzers kann hier zu falschen Formulierungen führen und dem Unternehmen mehr schaden als nutzen.

Bei juristischen Übersetzungen, wie zum Beispiel bei Verträgen oder Urkunden, andererseits, muss der exakte Fachbegriff ausgewählt werden. Oftmals sind jedoch Institutionen, Behörden, Vorgänge, Voraussetzungen, Dokumente etc. von einem Zielland zum anderen nicht identisch, sodass ein Äquivalent gefunden bzw. der Begriff treffend und verständlich umschrieben werden muss, damit es auch im Zieltext unmissverständlich deutlich wird, worum es sich handelt. Bei dieser Textart muss sich der Übersetzer so nah wie möglich an den Formulierungen und dem Satzbau des ursprünglichen Texts (Ausgangstext) orientieren.

Die Übersetzung der einen als auch der anderen Textart kann sehr aufwendig sein.

Zieltext

Mit dem Begriff „Zieltext“ wird der übersetzte Text bezeichnet.